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Auf ein Wort: Diplompsychologin Cornelia Schunke

Auf ein Wort: Diplompsychologin Cornelia Schunke

Die Räume im Gemeindehaus sind zentral, hell und einladend, jetzt müssen nur noch die Therapieplätze gefüllt werden. An unserem neuen Standort in Amberg baut Diplompsychologin Cornelia Schunke derzeit ein Netzwerk auf, um mit den Menschen über Legasthenie und Dyskalkulie ins Gespräch zu kommen und Hilfe anzubieten. Wir haben Sie gefragt, vor welchen Herausforderungen sie gerade steht und was die Schwerpunkte ihrer Arbeit sind.

Diplompsychologin Cornelia Schunke

Diplompsychologin Cornelia Schunke

Sie bauen als Therapeutin den neuen Standort in Amberg auf: Was sind die Herausforderungen dabei?

Die größte Herausforderung liegt darin, dass ich hier erstmal eine gewisse Bekanntheit erreichen muss. Nicht nur ich als Therapeutin, sondern auch der Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V. waren hier im Ort und in der näheren Umgebung bislang unbekannt, sodass ich zunächst mal Zeit investieren muss, um auf den Standort und mich als Therapeutin aufmerksam zu machen. Ich fahre also durch die Gegend und verteile Flyer oder pinne Aushänge an und versuche mit den Personen hier in der Umgebung über Legasthenie und Dyskalkulie ins Gespräch zu kommen.

Das Schöne ist, dass ich dabei fast durchweg nur positive Rückmeldungen erhalte und mir die Notwendigkeit meiner Tätigkeit an vielen Stellen bestätigt wird. Trotzdem würde ich lieber bereits seit Monaten als Therapeutin mit den Kindern arbeiten, als nur „Werbung“ für mich und meine Arbeit zu machen. Aber ich bin optimistisch, dass sich der Aufwand bald auszahlen wird und sich meine Therapieplätze nach und nach füllen.

Mit meinem Entspannungskurs im Kindergarten war es genauso. Der erste dieser Kurse kam kaum zustande und jetzt ist der Kurs bis auf den letzten Platz belegt. Gut Ding will eben Weile haben.

Das heißt also, dass es derzeit möglich ist, auch kurzfristig einen Therapieplatz zu bekommen?

Ja, ich habe in der Tat noch einige Therapieplätze frei und würde mich freuen, wenn sich diese nach und nach füllen. Wie Sie anhand der Bilder sehen können, habe ich einen großen, hellen Therapieraum zur Verfügung, der nur darauf wartet, dass die Therapiestunden beginnen. Im Moment spielt dort meine kleine Tochter Annika (2 Jahre).

Wie schnell wir mit der Therapie starten können, hängt also gar nicht von mir ab, sondern davon, wie schnell ein Antrag gestellt und bewilligt wird bzw. ob ggf. Eltern bereit sind, vor der Bewilligung als Selbstzahler die Beiträge zu übernehmen. Von mir aus könnten wir sofort morgen mit der Therapie beginnen.

Was ist der Unterschied zwischen der Therapie und klassischer Nachhilfe?

Da gibt es zahlreiche Unterschiede, die ich hier vermutlich gar nicht alle nennen kann. Ein wesentlicher liegt darin, dass ich mit den Kindern und Jugendlichen in der Regel nicht am Schulstoff arbeite, sondern mit den Kindern gemeinsam die Grundlagen erarbeite, die ihnen fehlen, um den Schulstoff zu bewältigen.

Außerdem natürlich auch der psychologische Anteil in den Therapiestunden. Die Arbeit an der Symptomatik wird ergänzt durch die Arbeit an den Folgen und Problemen, die sich bereits aus der Symptomatik ergeben haben. Die meisten Kinder kommen ja erst in die Therapie, wenn sie und ihre Eltern einen recht langen Leidensweg hinter sich haben und keinen anderen Ausweg mehr wissen. Dann ist im Vorfeld zum Teil schon einiges „schief“ gelaufen und das gilt irgendwie aufzufangen, damit die Kinder wieder neuen Mut schöpfen und einen positiven Blick auf sich selbst entwickeln. Das gilt natürlich genauso für die Eltern und auch die Lehrkräfte.

Was können Eltern tun, um die Therapie zu unterstützen?

Wie ich bei der vorigen Frage gesagt habe, ist es auch für Eltern wichtig, dass sie neuen Mut schöpfen können und einen positiven Blick auf ihr Kind entwickeln können. In vielen Fällen beherrscht die Legasthenie bzw. die Dyskalkulie seit einiger Zeit auch die Eltern-Kind-Beziehung und die sich daraus ergebenden Probleme machen es für alle Beteiligten schwierig aus diesem „Teufelskreis“ auszusteigen.

Das wichtigste was Eltern meiner Meinung nach daher tun können, ist aufgeschlossen zu sein für die Therapie und meine Arbeit. Indem sie mir ihr Vertrauen schenken und auch ihrem Kind vertrauen erhalten wir eine Grundlage für eine konstruktive und produktive Zusammenarbeit.

Die Eltern sollten mir und dem Kind Zeit geben. Außerdem im besten Falle keinen Druck machen, sondern auch mal „lockerlassen“. Zum Beispiel, indem sie nicht auf schnelle Erfolge setzen, sondern die Langfristigkeit des Erfolgs sehen und auf meine Arbeit als Therapeutin und vor allem natürlich auf die Arbeit des Kindes vertrauen.

Was sind die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?

Ich möchte bei meiner Arbeit besonderen Wert auf die individuellen Bedürfnisse und Besonderheiten der Kinder legen. Neben der Arbeit an der Symptomatik möchte ich vor allem das Selbstwertgefühl der Kinder stärken und ihnen Mut machen. Da ich außerdem als Entspannungstrainerin mit Kindern arbeite, werde ich natürlich auch Tipps und Übungen zur Entspannung einbauen und damit versuchen, den Kindern über die Therapie hinaus etwas an die Hand zu geben, mit dem sie ihren Alltag besser bewältigen können.

Ansonsten würde ich nicht sagen, dass ich irgendwelche Schwerpunkte habe. Ich würde mich freuen, wenn ich sowohl mit Kindern und Jugendlichen mit Legasthenie als auch mit Dyskalkulie arbeiten kann und auch verschiedene Altersstufen vertreten sind.

Was ist Ihre Motivation, als Psychologin im Bereich Legasthenie und Dyskalkulie zu arbeiten?

Was mir dazu als erstes einfällt: Ich habe selbst immer sehr gerne gelesen und mir ist Lesen, Schreiben und Rechnen in der Schule eher leichtgefallen. Ich finde es toll als Psychologin eine Möglichkeit zu haben, wie ich Kinder durch eine wissenschaftlich fundierte Methodik darin unterstützen kann, die „Hürde“ Legasthenie und Dyskalkulie zu überwinden und vielleicht trotzdem Spaß am Lesen, Schreiben und Rechnen zu finden.

Außerdem arbeite ich schon immer sehr gerne mit Kindern zusammen, da Kinder sehr ehrlich und offen zurückspiegeln, was ihnen gefällt und was nicht. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen finde ich durch diese Offenheit unkompliziert und auch sehr bereichernd für mich persönlich.

In meiner Diplomarbeit habe ich mich zudem mit dem Thema Schulabsentismus beschäftigt, sodass eine weitere Motivation darin liegt, in Anführungsstrichen „Schlimmeres“ zu verhindern. In einem präventiven Ansatz möchte ich durch meine Tätigkeit als Therapeutin für Legasthenie und Dyskalkulie dazu beitragen, dass vielleicht der eine oder andere Werdegang eines Schülers oder einer Schülerin eine positive Wendung erfährt und die Kinder und Jugendlichen ihren eigenen für sie passenden Lern- und Lebensweg finden.

Welche Ausbildung haben Sie und wo haben Sie diese gemacht?

Ich habe an den Universitäten Konstanz und Landau (Pfalz) Psychologie mit den Schwerpunkten Gesundheitspsychologie und Werbe- und Konsumentenpsychologie und dem Nebenfach Psychosomatische Medizin studiert und 2009 mit dem Diplom abgeschlossen. Anschließend habe ich zunächst beim Hogrefe Verlag als Lektorin gearbeitet, bevor ich dann in der Frühförderung und später als freiberufliche Dozentin für Psychologische Diagnostik und Entspannungstrainerin gearbeitet habe.

Meine Ausbildung als Legasthenie- und Dyskalkulietherapeutin habe ich mit dem Besuch zahlreicher Fortbildungsveranstaltungen, die der Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V. für uns Therapeutinnen und Therapeuten organisiert, begonnen und werde diese fortlaufend weiterführen sowie durch Hospitations- und Supervisionstermine ergänzen. Bei all diesen Maßnahmen werde ich durch den Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V. hervorragend unterstützt und fühle mich dadurch gut auf meine Tätigkeit vorbereitet.