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„Ich war erstaunt, wie gut das geht“

Veröffentlicht von Louis Eckerl am

Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V. schult erstmals angehende Legasthenie-Therapeutinnen und -Therapeuten über das Internet

Die Corona-Pandemie hat auch den Arbeitskreis Legasthenie e.V. (AKL) vor neue Herausforderungen gestellt. Normalerweise bietet der AKL zwei bis drei Mal im Jahr intensive Schulungen an, um angehende Legasthenie-und Dyskalkulie-Therapeut/innen auf ihre Tätigkeit für den AKL vorzubereiten. Da dies in den letzten Monaten coronabedingt nicht möglich war, „war klar, dass wir uns etwas überlegen müssen, denn wir wissen ja nicht, wie es mit Corona weitergeht“, erklärt Eva Huber, Diplom-Psychologin und stellvertretende fachliche Leitung beim AKL. So wurde die Idee der Online-Schulung geboren.

Das vorhandene Schulungskonzept wurde überarbeitet, sodass der AKL erstmals eine Online-Schulung anbieten konnte. Das war nicht zuletzt deshalb wichtig, weil der Arbeitskreis gerade sechs neue Therapeut/innen für die Legasthenie- und Dyskalkulie-Therapie gewonnen hatte.

Dank des Online-Konzepts konnten sich die insgesamt neun Teilnehmer/innen aus ganz Bayern einloggen, um Grundlagen und Diagnostik in der Legasthenie-Therapie zu erlernen. Lediglich der Praxisteil hat als Präsenzschulung stattgefunden.

Eva Huber zieht eine positive Bilanz der ersten Online-Schulung: „Ich war erstaunt, wie gut das funktioniert.“ Das bestätigt auch Dr. Susanne Volkmer, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uni-Klinik München, die das Online-Seminar als Referentin mitgestaltet hat. „Die Online-Schulung hat gut geklappt und mir Spaß gemacht, auch wenn es natürlich etwas anderes als ein Präsenzseminar ist“, meint die Diplom-Psychologin. Auch von den Teilnehmer/innen gab es positive Rückmeldungen. Lisa Kotter zum Beispiel hat sich „eine Anreise von über 100 km gespart und es war somit ökologischer und stressloser“, erzählt die Teilnehmerin.

Antje Brandhorst hat als Referentin das Thema „Psychiatrische Diagnostik, verschiedene Lese- und Rechtschreibtests sowie psychotherapeutische Methoden“ behandelt. Die Diplom-Psychologin, die seit 2003 beim AKL ist, hat die Interaktion mit den Teilnehmern vermisst: „Man kann kein gutes Gespür dafür entwickeln, ob die Teilnehmer es interessant oder langweilig finden.“ Sie sieht aber auch die Vorteile der Online-Schulung. „Die Anreise entfällt. Zudem haben wir nur zwei kurze Pausen gemacht. Vor Ort hatte ich immer den Eindruck, dass mehr bzw. längere Pausen notwendig waren.“

Dr. Volkmer sieht in den Online-Schulungen auf jeden Fall ein Modell für die Zukunft. „Nicht unbedingt ausschließlich, aber für bestimmte Fortbildungen und Themen sind Online-Schulungen eine gute Möglichkeit. Die Teilnahme ist einfacher und von überall aus möglich“, betont sie. Auch Lisa Kotter begrüßt die Idee, künftig auch Online-Veranstaltungen anzubieten. „Ich würde gerne wieder virusunabhängig an solchen teilnehmen.“

Bei Bedarf wird der AKL auch in Zukunft Online-Schulungen oder Kombinationen aus Online- und Präsenzschulungen anbieten.

(Text: Julia Hosan)

Kategorien: Allgemein

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