Info-Telefon: 089-411149-200

Den Selbstwert stärken und die Freude am Lernen wiederentdecken

Veröffentlicht von Louis Eckerl am

Neues Legasthenie- und Dyskalkulie-Therapieangebot für Kinder und Jugendliche in Pocking und Passau

Der Arbeitskreis Legasthenie Bayern e. V. (AKL) bietet seit gut 45 Jahren Therapien für Kinder mit Legasthenie und Dyskalkulie an. Derzeit betreuen etwa 70 speziell geschulte Therapeutinnen und Therapeuten an verschiedenen Standorten in Bayern
rund 500 Kinder.
Nun kommt mit Pocking ein neuer Standort hinzu: Die Diplom-Psychologin Michaela Zieglmeier hat in der Südallee einen neuen Therapieraum eingerichtet und unterstützt hier Kinder, die mit dem Lesen, Schreiben und Rechnen Schwierigkeiten haben. Parallel bietet Zieglmeier außerdem Therapiestunden in Passau in der
Innstraße an.

Der Therapeutin ist vor allem wichtig, „die Kinder dort abzuholen, wo sie gerade stehen“: Welche Fähigkeiten bringt das Kind mit, was ist an Stärken vorhanden, was kann man fördern? Also weg vom Fokus auf die Defizite und stattdessen die vorhandenen Ressourcen stärken. Zu Beginn wird auf wissenschaftlicher Basis ein individueller Therapieplan erstellt und ein Ziel festgelegt: Wo will das Kind hin?


Schätzungen zufolge sind zwischen fünf und 15 Prozent aller Schulkinder von Legasthenie oder Dyskalkulie betroffen. Obwohl die Kinder unauffällige Intelligenzwerte haben, fällt ihnen das Lesen- und Schreiben- oder Rechnenlernen schwer. Oft kommt auch noch eine Konzentrationsstörung hinzu oder es liegt eine Kombination aus Lese- und Rechtschreibstörung und Rechenstörung vor.


„Bei den meisten Kindern ist der Selbstwert sehr geschwächt“, weiß Michaela Zieglmeier: „Das Kind stößt immer wieder an Grenzen, weil es bestimmte Dinge im Moment nicht kann.“ Daher ist es wichtig, in der Therapie kleine Erfolgserlebnisse zu schaffen. „Die Kinder sollen merken: Ach, ich kann das doch!“ Durch die kleinen Schritte wird das Selbstwertgefühl wieder gestärkt und größere Erfolge werden
möglich.

Michaela Zieglmeier arbeitet dabei gern akustisch und visuell mit den Kindern, z. B. mit Musikinstrumenten und Spielen. „Und Humor ist mir ganz wichtig“, betont die Therapeutin, „die Kinder sollen auch lachen und Spaß haben in der Therapie.“ Zu Beginn der wöchentlichen Therapiestunden stehen in der Regel individuelle lerntherapeutische Übungen im Vordergrund, z.B. aus dem Marburger Rechtschreibtraining. Anschließend baut die Therapeutin motivierende, spielerische
Elemente ein und je nach Bedarf machen die Kinder auch kleine Übungen zur Stärkung ihrer allgemeinen Lernkompetenzen wie z.B. Konzentration,
Hausaufgabenstrukturierung oder Probenvorbereitung. Zum Abschluss der
Therapieeinheit stehen, sozusagen als „Belohnung“, noch einige freie Spielminuten auf dem Plan.


Eltern, die Bedenken haben, ob ihr Kind unter Legasthenie oder Dyskalkulie leidet, rät Zieglmeier, genau hinzuschauen. Denn „viele Kinder entwickeln gute Strategien, um ihre Schwierigkeiten zu verbergen.“ Darüber hinaus ist der regelmäßige Austausch mit den Lehrkräften wichtig. Ob tatsächlich eine Legasthenie oder eine Dyskalkulie vorliegt, diagnostizieren schließlich Ärzte.


Weitere Informationen und eine kostenfreie Beratung gibt es in der Geschäftsstelle des AKL unter der Telefonnummer 089 41 11 49-200 oder im Internet unter www.aklbayern.de.

Kategorien: Allgemein

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