Wenn schlaue Köpfe Fünfen schreiben - Gratistests des AKL im November 2011

„Mein Kind liest und schreibt so schlecht. Hat es Legasthenie?“ – „Mein Kind kämpft mit dem Rechnen. Hat es Dyskalkulie?“ Eltern, die das herausfinden möchten, können ihr Kind beim Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V. (AKL-Bayern) testen lassen. Im November lädt der AKL-Bayern zu Rechen- und Rechtschreibtests in München, Passau, Tirschenreuth, Weiden, Nürnberg, Amberg, Aschaffenburg und Regensburg ein.

Wer Legasthenie hat, kämpft mit dem Lesen, dem Schreiben oder beidem. Schüler mit Dyskalkulie erfassen Zahlen, Mengen, Rechenoperationen, Textaufgaben und/oder die Uhr sehr zögerlich. Von jeder dieser Teilleistungsstörungen sind etwa 5 Prozent aller Schüler betroffen – aus unterschiedlichen Gründen. „Kinder mit Legasthenie und Dyskalkulie sind normal bis überdurchschnittlich intelligent“, weiß man beim Arbeitskreis Legasthenie Bayern e. V., „und mit richtiger Förderung sowie geduldiger Begleitung sind große Erfolge in Schule und Beruf möglich.“

Legasthenikern steht in der Schule ein Nachteilsausgleich zu, Kindern mit Dyskalkulie nicht. Doch mehr und mehr Lehrer zeigen sich bereit, betroffene Schüler zu entlasten und zu fördern – eine frühe Diagnose hilft allen Beteiligten. Der erste Schritt ist ein Rechtschreib- oder Rechentest. Schon Zweitklässler erhalten aussagekräftige Ergebnisse. Legasthenikern und Dyskalkulikern hilft keine Nachhilfe, stattdessen eine spezielle Therapie, wie sie der Arbeitskreis Legasthenie Bayern e. V. anbietet. Die kombinierte Lern- und Psychotherapie bei Diplompsychologen baut erst Selbstbewusstsein und Lernfreude neu auf, dann die Lücken im Schulstoff ab.

Und so kommt Ihr Kind zum Gratis-Test beim Arbeitskreis Legasthenie Bayern e. V.:

  • Sie melden sich bis 30. November unter Tel. 089-411149-200 oder info@akl-bayern.de an
  • Sie erwähnen das Kennwort “Aktion Gratis-Test-November” und auch, ob Sie einen Rechen- oder Rechtschreibtest buchen möchten
  • Sie erhalten einen Termin

Rückfragen und Informationen zu Legasthenie, Dyskalkulie und ihrer Behandlung: Arbeitskreis Legasthenie Bayern e. V., Fürstenrieder Str. 267, 81377 München, Tel. 089-411149200, www.akl-bayern.de, www.legasthenie-blog.de

Wo Nachhilfe aufhört, fängt der Lern-König an - Wem Lerntherapie hilft und warum sie wirkt

Manchmal ist nicht Legasthenie oder Dyskalkulie an schlechten Noten schuld, sondern "nur" eine Lese-Rechtschreib-Schwäche bzw. Rechenschwäche. Oft verhindern auch Blockaden oder AD(H)S, dass ein Schüler Erfolg hat. Ganz normale Nachhilfe hilft betroffenen Kindern wenig.

Denn Nachhilfeunterricht bezieht sich auf ein spezielles Fach und ist meist ähnlich aufgebaut wie das Lernen in der Schule. Wo Nachhilfe aufhört, fängt professionelle Lerntherapie, z. B. der Lern-König, an.

Beim Lern-König sind pädagogische Fachkräfte im Einsatz und schauen genau hin: Woran liegt es, dass Üben und Unterricht diesem Kind schwer fallen? Welche Talente und Stärken bringt es mit? Welche Techniken und Übungen machen es möglich, dass ein Kind schnell und effektiv Neues aufnimmt, speichert und auch wiedergeben kann?

Lernen zu wollen ist jedem Menschen angeboren -- die natürliche Neugier treibt Kleinkinder an, tagtäglich neue Lernerfahrungen zu suchen und Gelerntes zu vertiefen. Doch mit dem Schulanfang bestimmt nicht mehr das Kind selbst, was es gerade aufnimmt. Nun steht nicht mehr das beiläufige oder situative Lernen im Mittelpunkt, sondern das systematische Lernen. Die Schule gibt die Uhrzeit, die Inhalte und das Tempo vor. „Wie übe ich zuhause?“ – „Welcher Lerntyp bin ich?“ – „Wie merke ich mir Neues gut und lange?“ – Dieses Wissen zu vermitteln, dazu fehlt häufig die Zeit. Die Folge: Frust bei den Hausaufgaben und beim Üben, schlechte Noten und das Gefühl: „Ich kann ja gar nichts.“ Ein Teufelskreis entsteht.

Die gute Nachricht: Die angeborene Motivation zum Lernen geht nicht dauerhaft verloren, man kann sie neu entdecken und aufbauen. Beim Lern-König funktioniert das so: In kleinen Gruppen, gemeinsam mit Gleichgesinnten, werden Schüler zu Denk-Detektiven und kommen den für sie geeigneten Lernstrategien auf die Spur. Es gibt jede Menge Erfolgserlebnisse und das Selbstbewusstsein wächst, Blockaden und Konzentrationsschwächen weichen. Dann füllt jeder seine Lücken im Schulstoff auf. Der Lern-König eignet sich für alle Schultypen und Altersklassen und wirkt nach: Die erworbenen Techniken und Strategien bleiben ein Leben lang erhalten. „Üben macht mir jetzt Spaß!“ – „Ich kann mich viel besser konzentrieren.“ – „Das, was ich beim Lern-König mitbekommen habe, nutzt mir auch jetzt, Jahre später, noch viel“, berichten Kinder und Jugendliche, die dabei waren.

Nähere Informationen finden Sie unter www.lern-koenig.de. Wir beraten Sie auch gerne persönlich unter 089-411149-300.

Nachteilsausgleich - Fragen und Antworten

Der sogenannte Nachteilsausgleich für Schüler/innen, die unter Lese-Rechtschreib-Schwäche oder -Störung leiden, wirft in der Praxis immer wieder Fragen auf. Eine Neufassung der kultusministeriellen Bekanntmachung ist derzeit in Arbeit und wird voraussichtlich im Herbst 2011 veröffentlicht. Für Sie haben wir die wichtigsten Regelungen zusammengefasst.

Welche Regelungen beinhaltet der Nachteilsausgleich?

In aller Kürze die wichtigsten Regelungen: Bei Lese-Rechtschreibschwäche können, bei Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie) müssen sie auf Antrag der Eltern umgesetzt werden:

Hilfen bei Leistungsfeststellungen:

  • Zeitzuschlag bis zu 50 % in allen Fächern (Umfang wird vom Schulrektor festgelegt)
  • Vorlesen von Aufgaben durch den Lehrer
  • Einsatz von Hilfsmitteln, z.B. Laptop

Notenschutz bei Leistungsbewertung:

  • Deutsch: keine notenmäßige Bewertung des Lesens und Rechtschreibens
  • Gewichtung mündliche und schriftliche Leistungen 1:1
  • Andere Fächer: Rechtschreibung darf nicht bewertet werden
  • Es erfolgt eine entsprechende Bemerkung im Zeugnis!

Wie bekommt mein legasthenes Kind einen Nachteilsausgleich in der Schule?

Lese-Rechtschreib-Test beim Schulpsychologen (wer zuständig ist, erfahren Sie an der Schule), oder beim Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V. oder beim Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

  • Ergebnis Schwäche: Sie beantragen beim Schulpsychologen den Nachteilsausgleich. Dieser gilt für zwei Jahre. Danach ggf. erneute Testung.
  • Ergebnis Störung: Diagnostik beim Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Adressen kann Ihnen der Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V. nennen. Der Arzt stellt ein schriftliches Attest aus. Mit dem Attest beantragen Sie den Nachteilsausgleich beim Schulpsychologen. Dieser legt die Maßnahmen fest und informiert die Schule. Die Regelung gilt für die gesamte Schulzeit, kann auf Antrag einmalig zurückgenommen werden, am Gymnasium vor der Oberstufe.

Sind Stegreifaufgaben als mündliche oder schriftliche Leistung zu bewerten?

Schriftliche Stegreifaufgaben zählen grundsätzlich zu den mündlichen Leistungen. Sofern Notenschutz gewährt wird, zählen sie zu den schriftlichen Leistungen.

Gilt der Nachteilsausgleich auch in den Fremdsprachen?

Ja! Schwierig gestaltet sich für den Lehrer jedoch die Frage, ob ein Vokabel- oder ein Rechtschreibfehler vorliegt. Suchen Sie in unklaren Fällen das Gespräch mit dem Lehrer. Falls Ihr Kind Therapie beim Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V. bekommt, unterstützt Sie der Therapeut gerne dabei.

Der Notenschutz soll nicht im Abiturzeugnis stehen. Bis wann kann/muss man den Antrag zurücknehmen?

Im achtjährigen Gymnasium muss der Nachteilsausgleich bis zum Ende der Jahrgangsstufe 9 zurückgenommen werden.

Gilt der Nachteilsausgleich auch in der Berufsschule?

Ja! Bei einer fachärztlich festgestellten Legasthenie gelten die Regelungen über die gesamte Schulzeit. Dies gilt auch für die Berufsschule. Möchte man den Nachteilsausgleich wegen der Zeugnisbemerkung nicht in Anspruch nehmen, muss bei Eintritt in die Berufsschule darauf verzichtet werden.

Gilt der Nachteilsausgleich rückwirkend?

Ja, für das laufende Schuljahr! Wenn die Diagnose während des Schuljahres erfolgt und das fachärztliche Gutachten umgehend (das ist ausschlaggebend) dem Schulpsychologen vorgelegt wird, muss die Schule den Notenschutz rückwirkend für das laufende Schuljahr gewähren und die Arbeiten nachkorrigieren.

Gilt der Nachteilsausgleich auch in Abschlussprüfungen?

Bedingt. Laut einer Ergänzung der kultusministeriellen Bekanntmachung sind Hilfen bei der Leistungsfeststellung wie z.B. Zeitzuschlag, Hilfsmittel, Vorlesen zu gewähren und Rechtschreibfehler nicht zu bewerten.

Aber: Die Regelung, dass in den Fremdsprachen schriftliche und mündliche Leistungen 1:1 gewichtet werden, gilt für Abschlussprüfungen nicht!


Wo kann ich mich informieren?

Auf der Internetseite der Staatlichen Schulberatung in Bayern können Sie alle bisher vom Kultusministerium herausgegebenen Bekanntmachungen und Ergänzungen zum Thema nachlesen und die Kontaktdaten der einzelnen Schulberatungsstellen finden:

http://www.schulberatung.bayern.de/schulberatung/index_05163.asp

Nachteilsausgleich auch bei Dyskalkulie?

Im Falle einer Dyskalkulie gibt es keinen kultusministeriell geregelten Nachteilsausgleich. Dies wird vom Ministerium unter anderem damit begründet, dass bei Dyskalkulie eine Notengebung überhaupt nicht mehr möglich wäre, während bei Legasthenie immer noch Inhalte benotet werden können.

Lehrer der Grund- und Hauptschulen können Kinder, die unter Dyskalkulie leiden, nach § 44 Abs 2 VSO (Schulordnung für die Grund- und Hauptschulen) nach pädagogischem Ermessen unterstützen und zeitweise auf Noten verzichten.

Wo kann ich mich hinwenden, wenn der Lehrer den vom Schulpsychologen festgelegten Nachteilsausgleich nicht gewährt?

Suchen Sie immer zuerst das Gespräch mit dem Lehrer. Zusammensetzen ist immer besser als Auseinandersetzen!

Sollte sich der Lehrer dennoch weigern, sprechen Sie mit dem Schulleiter. Nur im Notfall sollten Sie sich ganz zuletzt an die jeweilige Dienstaufsicht wenden. Wer zuständig ist, können Sie den Internet-Seiten der Staatlichen Schulberatung Bayern e.V. entnehmen:

http://www.schulberatung.bayern.de/schulberatung/muenchen/regionalinfo/hauptschule/index.asp

http://www.schulberatung.bayern.de/schulberatung/muenchen/regionalinfo/gymnasium/index.asp

10 Tipps für Eltern zum Start ins neue Schuljahr

Viele Schüler und Eltern sehen dem neuen Schuljahr nicht nur mit Freude und Spannung entgegen, sondern vielleicht auch mit Aufregung und Sorge. Auch Sie als Eltern sind im Schulalltag gefordert. Wir haben deshalb 10 Tipps für Sie zusammengefasst, um Ihnen und Ihrem Kind das Lernen zu erleichtern.

  1. Achten Sie auf eine lernfördernde Arbeitsatmosphäre. Dazu gehört ein ruhiger, aufgeräumter und freundlich gestalteter Arbeitsplatz. Hilfreich ist eine Pinnwand für Probenplan, Stundenplan etc.
  2. Achten Sie auf feste Lernzeiten und ausreichend Pausen, um die Konzentration und Lernfähigkeit  aufrecht zu erhalten.
  3. Vermitteln Sie Spaß am Lernen durch spielerisches Üben (mit Lernspielen, PC-Programmen) und interessensbezogenen Texten/Büchern.
  4. Helfen sie Ihrem Kind, sich selbst zu strukturieren und zu organisieren. Verwenden Sie Strukturierungshilfen wie einen Lernplan, Hausaufgabenplan, Lernplakat etc.
  5. Loben Sie Ihr Kind auch bei kleinsten Lernfortschritten. Belohnen Sie die Anstrengung und Bemühungen ihres Kindes, nicht nur die gute Schulnote. Zeigen Sie Verständnis und Trost bei Misserfolgen.
  6. Stärken Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes, indem Sie ihm das Gefühl vermitteln, dass es o.k. ist und geliebt wird trotz vorhandener Lernschwierigkeiten. Vermitteln Sie Ihrem Kind: Du kannst das, Du wirst es schaffen.
  7. Üben Sie in kleinen Einheiten. „Lernberge“ wirken demotivierend auf Ihr Kind. Üben Sie an jedem Schultag, aber nicht länger als 15 Minuten.
  8. Verschaffen Sie Ihrem Kind Erfolge, indem Sie bewältigbare Anforderungen an Ihr Kind stellen. Verwenden Sie Aufgaben mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad.
  9. Bleiben Sie geduldig und nehmen Sie den Druck aus dem Schulalltag. Vergleichen Sie Ihr Kind nicht zu sehr mit anderen und nehmen Sie vor allem auch die Stärken ihres Kindes wahr. Machen Sie diese auch Ihrem Kind bewusst.
  10. Üben Sie mit Ihrem Kind, sich selbst etwas Gutes zu tun, wie z.B. sich nach dem Lernen mit einer angenehmen Tätigkeit zu belohnen.