Der Nachteilsausgleich

Der „Nachteilsausgleich” beinhaltet besondere Maßnahmen, die das Kultusministerium zur Förderung von Schülern mit besonderen Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Rechtschreibens festgelegt hat.

Diese Erleichterung besteht bis dato nur für den Bereich der LegasthenieKinder mit Dyskalkulie werden leider nicht berücksichtigt.

Bei der Umsetzung des Nachteilsausgleiches gibt es eine wichtige Unterscheidung zwischen „Lese-/Rechtschreibschwäche” und „Lese-/Rechtschreibstörung”.
Leidet ein Kind unter einer diagnostizierten Legasthenie gilt die MUSS-Bestimmung. Das bedeutet: Der Lehrer/die Schule MUSS sich an die Bestimmungen des Nachteilsausgleich halten. Diese können notfalls eingeklagt werden.

Handelt es sich jedoch um eine Lese-/Rechtschreibschwäche gilt die KANN-Bestimmung. Der Lehrer/die Schule KANN sich an den Nachteilsausgleich halten, ist jedoch nicht dazu verpflichtet.

Die folgenden Maßnahmen zählen zu den wichtigsten Regelungen des Nachteilsausgleichs:

  • Die Lese-/Rechtschreibleistung wird nicht ziffernmäßig benotet. Dies gilt auch für alle anderen Fächer und die Fremdsprachen.
  • Zeitzuschlag bei den Proben (bis zu 50% der angesetzten Zeit).
  • Schriftliche Aufgabenstellungen werden zusätzlich vorgelesen.
  • Mündliche Leistungen werden stärker gewichtet.
  • Im Zeugnis steht die Bemerkung „Aufgrund einer fachärztlich festgestellten Legasthenie wurden die Lese-/Rechtschreibleistungen nicht (bzw. zurückhaltend) bewertet.”.
  • Die Begutachtung findet durch einen Psychiater oder Psychotherapeuten in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Schulpsychologen statt. Bei der Lese-/Rechtschreibschwäche reicht die Begutachtung durch einen Schulpsychologen aus.
  • Die Regelung bei der Lese-/Rechtschreibschwäche gilt jeweils für zwei Jahre und endet in der Regel mit dem Abschluss der Jahrgangsstufe 10.
  • Der Übertritt auf eine weiterführende Schule ist trotz Legasthenie möglich, wenn Aussicht auf eine erfolgreiche Unterrichtsteilnahme besteht.
  • Beim Vorrücken darf die Legasthenie nicht den Ausschlag für das Versagen der Vorrückerlaubnis geben.