Ein Geschenk für Kinder mit schlechten Noten

Der Arbeitskreis Legasthenie Bayern e. V. verschenkt Beratungen, Tests und Schnupperstunden für Kinder mit Legasthenie, Dyskalkulie und Verdacht darauf

„Ich übe doch jeden Tag Lesen und Schreiben und schreib trotzdem nur Fünfen!“ – „Mathe kapier ich einfach nicht, nicht mal beim Nachhilfelehrer.“ – „Die Englischlehrerin sagt, ich hätte die Vier schaffen können – aber nicht mit dieser Rechtschreibung …“ So klingt es beim Zwischenzeugnis in vielen Haushalten. „Tatsächlich können viele Schüler nichts für ihre schlechten Zensuren“, weiß Rainer Eckerl vom Arbeitskreis Legasthenie Bayern e. V. (AKL-Bayern). Um sie zu finden und ihnen gezielt weiterzuhelfen, lädt der AKL-Bayern jetzt zu Gratis-Beratungen mit Tests und Gratis-Schnupperstunden an ausgewählten Standorten ein.

Die Beratungen mit Tests sind für alle gedacht, die sich in Deutsch und/oder Fremdsprachen und/oder Mathematik schwer tun – und bei denen alles Üben nichts zu helfen scheint. „In unseren Beratungsstellen erfahren die Eltern alles Wissenswerte über Legasthenie und Dyskalkulie, über die Tests und darüber, was sie für betroffene Kinder bedeuten“, erklärt Eckerl. Wer Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Störung) hat, kämpft mit dem Lesen, dem Schreiben oder beidem. Dyskalkulie (Rechenstörung) bedeutet, dass Betroffene Zahlen, Mengen oder Rechenoperationen deutlich schlechter erfassen, als ihre allgemeine Begabung es erwarten ließe. Bis zu sechs Prozent aller Schüler, besagen Studien, haben solch eine Teilleistungsstörung – und das bei normaler bis überdurchschnittlicher Intelligenz. Die Ursachen variieren und sind zum Teil angeboren, doch weder Kinder, noch Eltern, noch Lehrer trifft eine Schuld.

Ein Nachteilsausgleich steht in Bayern zurzeit nur Schülern mit einer Legasthenie zu. Immer mehr Lehrer entlasten jedoch auch Dyskalkuliker freiwillig und fördern sie besonders, z. B. mit Anschauungsmaterialien oder Zeitzuschlägen. Auch auf Schüler mit der schwächer ausgeprägten, vorübergehenden Lese-Rechtschreib-Schwäche bzw. Rechenschwäche gehen Pädagogen inzwischen zunehmend ein.

Bescheid wissen lohnt sich: Therapien fangen an, wo Nachhilfe aufhört

Nachhilfe versagt bei Teilleistungsstörungen meistens – vor allem, wenn hierbei der Lernstoff nur wiederholt wird. Viele Legastheniker und Dyskalkuliker müssen zuvor trainieren, sich zu konzentrieren, und ihre Blockaden dem Lernen gegenüber verlieren. Hierfür gibt es die kombinierte Lern- und Psychotherapie, die der AKL-Bayern anbietet. Dabei widmen sich Diplompsychologen mit Zusatzausbildung jedem Kind einzeln, bauen das Selbstbewusstsein auf und Lücken im Schulstoff Schritt für Schritt ab, und das in Wohnortnähe. „Eltern, die für ihr Kind schon eine Legasthenie- oder Dyskalkulie-Diagnose haben und unsere Therapien und Therapeuten kennen lernen möchten, laden wir jetzt zu einer Gratis-Schnupperstunde ein“, so Rainer Eckerl. Er macht Familien Mut: „Vor 40 Jahren ist der AKL-Bayern aus einer Elterninitiative entstanden und seitdem hat sich tausendfach gezeigt, wie viele Begabungen Menschen mit Legasthenie und Dyskalkulie haben. Werden Schüler liebevoll und geduldig begleitet und professionell gefördert, schaffen viele ihre Schulabschlüsse und einen guten Einstieg ins Berufsleben.“

Information und Anmeldung zu Gratis-Beratung und Gratis-Schnupperstunde bis zum 14.03.2014: Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V., Tel. 089-411149200 oder info@akl-bayern.de