Beispiele aus der Praxis

Die Kinder bzw. Jugendlichen, die zu uns in Therapie kommen, haben meist jahrelange (schulische) Misserfolgserlebnisse hinter sich. Die meisten leiden massiv unter ihrer Situation.

So erging es auch Lea. Sie war in der 3. Klasse, als sie zum Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V. kam. Allerdings begannen ihre Schwierigkeiten mit dem Lesen und Rechtschreiben bereits zwei Jahre vorher – in der 1. Klasse.

Sie las stockend, langsam, fehlerhaft, mit zitternder Stimme. Das Schreiben gelang ihr nur sehr mühsam und war von unzähligen Fehlern begleitet. Das Schlimmste war jedoch, dass Lea aufgrund ihrer schlechten Leistungen sehr verzweifelt war, in der Klasse gehänselt wurde und kaum noch Freunde hatte. Sie hatte jahrelang das Gefühl, dumm, faul und unbeliebt zu sein.

Als sich dann herausstellte, dass ihre Probleme durch eine Legasthenie entstanden waren und eine Therapeutin des Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V. die Betreuung von Lea übernommen hatte, ging es Lea langsam besser.

In ihrer Therapie lernte sie, dass sie weder dumm noch faul ist. Sie erkannte, dass sie an ihren Schulschwierigkeiten keinerlei Schuld trägt – und die Probleme durch die Legasthenie verursacht wurden.

Leas Selbstbewusstsein wurde durch die Therapie Schritt für Schritt aufgebaut – ihre Schulangst konnte umgekehrt immer mehr reduziert werden.

So entwickelte sich Lea kontinuierlich wieder zu einem fröhlichen und unbeschwerten Mädchen.

Parallel dazu konnten die Lese- und Rechtschreibfertigkeiten kontinuierlich verbessert werden. Das Lesen gelingt Lea mittlerweile flüssig, sie liest mit klarer, sicherer Stimme. Manchmal schleichen sich noch Fehler ein – aber auch die wird Lea noch in den Griff bekommen. Beim Schreiben wurden ihr Strategien vermittelt, wie sie sich selbst steuern und kontrollieren kann. Lautgetreue Texte schreibt sie heute fast fehlerfrei. Derzeit lernt sie in der Therapie beim Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V. den Umgang mit schwierigen Rechtschreibregeln, an deren Bewältigung sie fleißig und motiviert arbeitet.

Durch die Therapie hat Lea die Chance erhalten, in der Schule gut mitzukommen und ein fröhliches Kind sein zu können. Inzwischen gehört sie, nach Aussagen ihres Lehrers, beim Schreiben und Lesen zum Mittelfeld der Klasse. Ein echter Erfolg also, an dem Lea zusammen mit uns weiterhin arbeitet.